Meine Lehrer

Auf die Frage, wer für mich die wertvollsten Lehrer in meinem bisherigen Leben waren, gibt es für mich nur eine einzige Antwort: Meine Eltern.

Ihnen verdanke ich die Grundlagen, auf denen ich alles andere in meinem Leben aufbauen konnte. Von ihnen habe ich die Grundwerte gelernt, die für mein Leben wegweisend geworden sind.

Ich weiß allerdings nicht, ob ich ohne die Begegnung mit den Gedanken von Bert Hellinger das heute so selbstverständlich anerkennen könnte. Durch ihn und seine Erkenntnisse über die Ordnungen in der Familie habe ich in den vergangenen Jahren erfahren, welche Kraft und Liebe möglich wird, wenn wir mit unserer Herkunft und unserer Geschichte einverstanden sein können. Diese Erfahrung möchte ich aus ganzem Herzen in meinem Beruf wie auch in meinem privaten Leben weitergeben. Es ist inzwischen zu meinem Hauptanliegen in meiner Arbeit mit hilfesuchenden Menschen geworden.

In meiner therapeutischen Ausbildung habe ich ganz unterschiedliche Persönlichkeiten erlebt. Am liebsten habe ich von denen gelernt, die mit Leidenschaft und Gefühl und dabei manchmal recht spontan chaotisch, aber immer mit ganzem Herzen ihren Beruf gelebt und geliebt haben.

Vielen meiner wirksamsten Lehrer bin ich nie persönlich begegnet, aber in ihren Werken haben sie mich begeistert und tief berührt. Bücher sind und waren für mich immer wie faszinierende Kontinente, durch die ich voller Wißbegierde und Neugier reisen durfte. Herrmann Hesse ist für mich in einer bestimmten Lebensphase zu einem ungemein wertvollen Wegweiser geworden. Zu ihm und den tiefen Geheimnissen der Märchen und der Tiefenpsychologie hat mich während meiner 2 Jahre im Priesterseminar Georgianum in München der altersweise Spiritual Dr. Hubert Klees geführt. Diesem bescheidenen und stillen Mann verdanke ich viel. Auch ein verändertes Verständnis der Bibel und ihrer Botschaft.

In all den Jahren meiner Tätigkeit als Berater und Therapeut habe ich viel gelernt von den unzähligen Paaren, Patienten und Klienten, vor allem auch von den vom Schicksal Gezeichneten, Trauernden und Suchenden. Sie führen mich auch weiterhin dazu, das Leben aus anderer Perspektive zu sehen. Ich bin in meiner Arbeit auch oft nicht nur Gebender, sondern auch ein Nehmender.

Es mag vielleicht banal oder naiv romantisch klingen, aber fast jeder Weg durch die Natur ist für mich wie eine Lehrstunde über wesentliche Fragen des Lebens. Ich bin dankbar für einen Glauben, der es mir möglich macht, darin die Schöpfung und den Schöpfer zu erkennen.

Ein Satz, den ich in einem Seminar mit tiefer Trancearbeit bekommen habe, begleitet mich seit vielen Jahren und hat mich durch manche kritische Situation geführt: „Das Scheitern ist deine beste Lehrmeisterin“. Ich habe weder Sinn noch Formulierung weiter hinterfragt. Aber ich habe die Wahrheit darin begriffen.